Amesbury liegt in der englischen Grafschaft Wiltshire, etwa dreizehn Kilometer nördlich von Salisbury und in unmittelbarer Nähe zu Stonehenge. Die Stadt befindet sich in einer von sanften Hügeln geprägten Landschaft, durch die sich der Fluss Avon schlängelt. Südöstlich erstreckt sich der Militärflugplatz Boscombe Down. Archäologische Funde belegen, dass der Ort bereits in vorrömischer Zeit besiedelt war, lange bevor das spätere Kloster entstand.
Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 979, doch der Name Amesbury geht vermutlich auf Ambrosius Aurelianus zurück, einen römischen Anführer, der im fünften Jahrhundert gegen die sächsischen Eindringlinge kämpfte. Mit der Artus-Sage ist die Stadt ebenfalls verbunden: Der Legende nach soll sich Königin Guinevere hier in ein Kloster zurückgezogen haben. Ein Hillfort aus der Eisenzeit, bekannt als Vespasians Lager, liegt versteckt in der Nähe und trägt den Namen eines römischen Feldherrn, der möglicherweise dort aktiv war.
Bekannt ist Amesbury vor allem für seine archäologischen Schätze. So wurde hier 2002 die reichste kupferzeitliche Grabstätte der britischen Inseln entdeckt, in der zwei hochgestellte Männer mit über hundert Beigaben bestattet waren. Einer von ihnen, der Amesbury Archer, wurde durch seine prunkvolle Ausstattung berühmt. Am nahen Gut Blick Mead findet sich ein kleiner Teich, dessen rosa verfärbte Algen in der Jungsteinzeit offenbar eine besondere Anziehungskraft besaßen – möglicherweise sogar für die Erbauer von Stonehenge.