Kirchen · Würzburg

Wallfahrtskirche Käppele

Das Käppele auf dem Nikolausberg über Würzburg ist eine Wallfahrtskirche mit dem offiziellen Namen Mariä Heimsuchung. Sie steht am oberen Ende eines Weinbergs, und der Weg hinauf gehört so untrennbar zum Bauwerk wie die Kirche selbst. Der Anfang war klein: 1640 stellte ein Mainfischer während des Dreißigjährigen Kriegs einen Bildstock mit einer Pietà auf, um 1653 entstand daraus eine erste Kapelle, die schrittweise wuchs. Zwischen 1748 und 1750 errichtete Balthasar Neumann die heutige Wallfahrtskirche mit ihren zwei achteckigen Fassadentürmen; die alte Gnadenkapelle wurde von 1778 bis 1781 in den Neubau einbezogen, geweiht wurde erst 1824. Der Kreuzweg hinauf entstand zwischen 1761 und 1799 und gilt als der größte seiner Art in Deutschland – rund 250 Stufen führen über gepflasterte Terrassen zwischen Platanen und symmetrischen Treppenläufen, die 2002 bis 2006 saniert wurden. Beim Bombenangriff von 1945 fingen Phosphorbomben Feuer, das gelöscht werden konnte; einen SS-Befehl zur Sprengung unterlief der Gefreite Ludwig Herrmann, indem er Munitionsmangel vortäuschte. Im Inneren stammen die Deckenfresken von 1781 von Matthäus Günther, im Altar der alten Kapelle steht die Pietà von etwa 1640. Von den Terrassen geht der Blick über die Stadt und die Festung.

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