Sehenswürdig · Várdomb

Várdomb

Gemeinde in Ungarn

Várdomb

Bild: rlevente · CC BY-SA 2.5 hu · Wikimedia Commons

Várdomb ist ein kleines Dorf im Komitat Tolna, nahe der Grenze zwischen den sanft abfallenden Hügeln des Mecsek-Gebirges und der ehemaligen Auenlandschaft der Donau. Es liegt im historischen Weinbaugebiet um Szekszárd, etwa zwölf Kilometer südlich der Stadt und sechs Kilometer nördlich von Bátaszék. Die Hauptstraße 56 durchquert den Ort und teilt ihn in zwei Hälften. Im Osten grenzt es an Sárpilis, im Westen an Alsónána, beide nur wenige Kilometer entfernt.

Der Ort verdankt seinen Namen einem römischen Festungswall auf einem Hügel in der Dorfmitte, der vermutlich im zweiten Jahrhundert zum Schutz einer Handelsstraße diente. Archäologische Funde wie Ziegel- und Tonscherben belegen die römische Vergangenheit, die im Wossinsky Mór Museum in Szekszárd dokumentiert ist. Im 18. Jahrhundert wurde das Dorf von deutschen Siedlern aus dem Schwarzwald und Lothringen gegründet, die vor Kriegswirren flohen. Sie prägten über Jahrhunderte das dörfliche Leben, bis der Zweite Weltkrieg und die Vertreibungen die Gemeinschaft erschütterten.

Heute erstreckt sich das Dorf über etwa zwei Kilometer entlang der Hauptstraße. Im Zentrum steht eine katholische Kirche aus dem Jahr 1787, die mit ihrer Pfarrei vom Theresianum-Urbar finanziert wurde. Die Schule folgte später, zunächst mit deutscher, ab 1895 auch mit ungarischer Unterrichtssprache. Einst lebten hier fast ausschließlich deutschsprachige Familien, doch heute erinnert nur noch wenig an diese Zeit. Ein Kriegerdenkmal am Kirchenrand listet die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs auf. Die umliegenden Felder und Weinberge zeigen, wie sehr die Landschaft die Bewohner über Jahrhunderte prägte.

Quellen (1)

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