Bild: Didier Descouens · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Sile
Der Sile entspringt in der Po-Ebene zwischen den Provinzen Treviso und Padua, wo er aus einem Band artesischer Quellen namens *risorgive* gespeist wird. Sein Quellgebiet liegt westlich von Treviso, nahe den Gemeinden Casacorba di Vedelago, Levada und Torreselle di Piembino Dese. Der Fluss schlängelt sich zunächst ostwärts durch die Provinz Treviso, bevor er sich nach Südosten zur Lagune von Venedig wendet und schließlich bei Cavallino-Treporti in die Adria mündet. Mit einer Länge von etwa 95 Kilometern ist der Sile der längste Fluss Italiens, der ausschließlich aus Grundwasserquellen gespeist wird. Seine konstante Wasserführung von rund 35 Kubikmetern pro Sekunde an der Hauptquelle macht ihn zu einem der bedeutendsten Gewässer dieser Art in Europa. Dante Alighieri erwähnt ihn in der *Göttlichen Komödie* als ruhigen Fluss, dessen Name sich vom lateinischen *silet* („schweigen“) ableitet – ein Hinweis auf seine gleichmäßige Strömung ohne starke Hochwassergefahr. Entlang seines Laufs zeigt der Sile klare, kiesgeprägte Abschnitte mit üppiger Unterwasserflora. Bei Quinto di Treviso erreicht er Tiefen von über 20 Metern, während er in Treviso meist nur zwei Meter misst. Eingedeichte Ufer schützen die tiefer liegenden Felder vor Überflutungen, doch natürliche Uferwälle begleiten ihn ab Silea. Die konstante Wassertemperatur von zehn bis zwölf Grad prägt das Ökosystem, das von Wasserpflanzen und klaren Strömungsverhältnissen geprägt ist.
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