📷 Bild: Wikimedia Commons
Magdalenenklause
bewohnbare künstliche Ruine im Schlosspark Nymphenburg in München
Die Magdalenenklause ist ein bewohnbares Bauwerk, das wie eine künstliche Ruine gestaltet ist. Es liegt versteckt in einem abgelegenen Waldbereich nördlich der Boskette, die sich nahe dem Schloss Nymphenburg in München befinden. Erbaut wurde sie ab 1725 von Joseph Effner im Auftrag des bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel. Als eine der frühesten Ruinenarchitekturen Europas verbindet sie Gartenkunst mit dem Gedanken des Memento mori. Der Bau diente dem Kurfürsten als Rückzugsort, um dem höfischen Leben zu entfliehen und in Stille über sich nachzudenken. Maria Magdalena ist der Kapelle geweiht, was sich in Deckenmalereien und einer Stuckfigur zeigt. Ein besonderes Merkmal ist das Augenheilwasser, dem nachgesagt wird, dass es Heilung bewirkt. Noch heute findet am 22. Juli, dem Magdalenentag, eine Wallfahrt statt, die an die Tradition der Klause anknüpft. Im Inneren beeindruckt die Grottennische mit einer Figur der Maria Magdalena von Giuseppe Volpini, umgeben von Muscheln, Tuffstein und bunten Steinen. Ein Schädel und ein Wasserbecken mit Spiegelungseffekt verstärken den memento-mori-Gedanken. Mehrere Wohnräume mit schlichter Holzvertäfelung und Kunstwerken laden zum Verweilen ein. Die Kombination aus Natur, Kunst und Architektur macht den Ort zu einem einzigartigen Zeugnis der Gartenkunst des 18. Jahrhunderts.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Kapelle
- Ort
- München
- Adresse
- Schloß Nymphenburg 1, 80638 München
- Denkmalstatus
- Baudenkmal in Bayern
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