📷 Bild: Wikimedia Commons
Castell
Burgruine in Tägerwilen im Kanton Thurgau, Schweiz
Die Burgruine Castell ist eine mittelalterliche Wehranlage aus dem 12. Jahrhundert, die sich in der Gemeinde Tägerwilen im Kanton Thurgau befindet. Sie liegt östlich von Schloss Castell und wird aus Gründen der Unterscheidung auch als Unter-Castell bezeichnet. Die Anlage erstreckt sich über 120 Meter Länge und 30 Meter Breite und zählt zu den grössten mittelalterlichen Wehranlagen im Bodenseeraum. Die Burg wurde 1120 von Bischof Ulrich I. von Kyburg-Dillingen als erste Höhenburg der Konstanzer Bischöfe errichtet. Sie lag südwestlich von Konstanz an der alten Strasse zwischen Zürich und Pfyn. Ulrich II. zerstörte die Burg 1128, um sie nicht als Rückhalt für Graf Rudolf von Bregenz bei einer Belagerung von Konstanz zu dienen. Die Anlage wurde später als Sitz der Ministerialen Schenk von Castell genutzt und verpfändet 1357 an Stephan von Roggwil. Sie wurde 1499 während des Schwabenkrieges von den Eidgenossen zerstört und blieb seither eine Ruine. Die Ruine wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts saniert, wobei der Westteil zu einem Aussichtsturm umgebaut wurde. 2007/2008 fand eine umfassende archäologische Untersuchung und Restaurierung statt, die durch das Amt für Archäologie des Kantons Thurgau, die Gemeinde Tägerwilen und die Familie von Stockar finanziert wurde. Die Ruine ist heute öffentlich zugänglich und bietet Ausblicke auf die Umgebung sowie Einblicke in die mittelalterliche Geschichte.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Ruine
- Ort
- Tägerwilen
- Adresse
- Castellstrasse
- Denkmalstatus
- Schweizer Kulturgut der Klasse B von regionaler Bedeutung
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