📷 Bild: Wikimedia Commons
Lawinenkatastrophe von Galtür
Die Lawinenkatastrophe von Galtür ereignete sich im Februar 1999 im hinteren Paznaun, einem Seitental des Inns im Bezirk Landeck. Betroffen waren das Dorf Galtür und der Weiler Valzur der Gemeinde Ischgl. Mit 38 Todesopfern zählt sie zu den schwersten Lawinenunglücken in der österreichischen Geschichte und erforderte die bis dahin größte Hubschrauberevakuierung. Der Lawinenwinter 1999 brachte extreme Schneemengen: In Galtür fielen im Februar 3,75 Meter Neuschnee – sechsmal so viel wie üblich. Die Wetterlage mit wiederholten Nordweststürmen führte zu einer instabilen, aber zunächst stabilen Schneedecke, die erst nach mehreren Wochen unter ihrer eigenen Last zusammenbrach. Die Lawine löste sich am 23. Februar gegen 16 Uhr mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h und einer Schneemasse von 300.000 Tonnen. Vor Ort prägte die plötzliche Isolation das Geschehen. Die einzige Zufahrtsstraße war seit dem 6. Februar gesperrt, sodass über 5.000 Urlauber und 850 Einwohner eingeschlossen waren. Ein Notlazarett in der Sporthalle versorgte Verletzte, während die Bevölkerung ohne externe Hilfe Verschüttete suchte. Erst am nächsten Morgen starteten Hubschrauber des Bundesheers die Rettungsflüge, nachdem ein nächtlicher Funkkontakt über die Kurzwellengruppe des Roten Kreuzes hergestellt worden war.
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