📷 Bild: Wikimedia Commons
Urnengräberfeld Leese
archäologische Stätte in Deutschland
Das Urnengräberfeld Leese liegt in Niedersachsen, auf einer Hochterrasse westlich der Weser. Es befindet sich nordöstlich von Leese und westlich der B 215. Die Fundstelle ist heute größtenteils von einer Neubausiedlung bebaut, die nach den Ausgrabungen entstand. Das Gräberfeld wurde während der vorrömischen Eisenzeit als Bestattungsplatz genutzt und zählt mit etwa 1.100 Bestattungen zu den größten Anlagen dieser Zeit im norddeutschen Raum. Die Entdeckung begann 1924, als ein Gärtnereibesitzer Urnen beim Bau seines Hauses fand. Bis in die Nachkriegszeit wurden insgesamt 85 Urnen geborgen. 1978–1980 führte eine Rettungsgrabung statt, da der Bereich für Bauland ausgewiesen war. Dabei wurden etwa 1.000 Grabstellen mit 800 Urnen und 200 Leichenbrandlagern festgestellt. Die Ausgrabungen zeigten, dass das Gräberfeld komplett freigelegt wurde, außer im Süden, wo eine Obstplantage liegt. Im Bereich des Gräberfeldes fanden sich Keramik, Metallgegenstände und Beigaben wie Fibeln und Nadeln. Viele Urnen waren durch Ackerbau beschädigt, in denen sich Schmuck oder Trachtzubehör befand. Die Funde deuten auf kulturelle Kontakte und Mobilität in der Eisenzeit hin. Einige Gegenstände wie Radnägel oder ein Keramikgefäß, das wie ein Boot aussah, zeigen Verbindungen zu der nahegelegenen Weser. Die Anlage wird der Nienburger Kultur zugeordnet, obwohl Verbindungen zu weiter östlichen Regionen wie der Jastorf-Kultur erkennbar sind.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Archäologische Stätte
- Ort
- Leese
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