Grube von Erfurt-Melchendorf
archäologische Stätte in Deutschland
Die Grube von Erfurt-Melchendorf liegt im Ortsteil Melchendorf der Stadt Erfurt in Thüringen. Sie ist eine archäologische Ausgrabungsstätte aus der Urnenfelderzeit und der Baalberger Kultur. Die Grube befindet sich auf einem schwach nach Süden abfallenden Hang, an einem einstigen Bachlauf, der während der Ausgrabung erkannt wurde. Sie ist als runde Grube mit senkrechten Wänden und mehreren gestuften Vertiefungen bekannt. Die Grube wurde zwischen 1982 und 1985 untersucht und enthält Funde aus der ältesten Stufe der Trichterbecherkultur. Sie wurde bis zu einer Tiefe von 100 bis 120 cm ausgehoben und ist mit Steinplatten und Gefäßbruchstücken abgedeckt. Im Mittelpunkt der Grube liegt ein mächtiger Steinblock aus Keuper, auf dem sich Knochen eines Menschen und eines Rinders befinden. Die Grube wird als kultisches Monument interpretiert, da die Knochenlagerung und die fehlende Schnittspuren auf eine rituelle Bestattung hindeuten. In der Grube wurden mehrere Schichten mit unterschiedlichen Materialien und Knochenresten identifiziert. Die Grubenfüllung umfasst eine dunkle Schicht mit Holzkohlepartikeln und gebranntem Lehm sowie eine Kniescheibe. Die Anordnung der Knochen und die fehlende Schnittspuren deuten auf eine geplante Lagerung hin, die möglicherweise einen kultischen Zweck hatte. Die Grube wurde vermutlich ausgefeuert oder geweiht, um den Steinblock und den Körper eines Erwachsenen zu beherbergen.
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- Art
- Archäologische Stätte
- Ort
- Erfurt
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