📷 Bild: Wikimedia Commons
Müllverbrennungsanlage Spittelau
Die Müllverbrennungsanlage Spittelau befindet sich im nördlichsten Teil des neunten Wiener Gemeindebezirks an der Grenze zum Donaukanal. Sie liegt zwischen der Franz-Josefs-Bahn und einem Verbindungsbogen, wo einst ein Maschinenhaus der Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung stand. Ursprünglich als Pumpstation genutzt, wurde das Gelände später zum städtischen Materialdepot, bevor die Anlage 1971 errichtet wurde. Die Anlage ist mit 460 Megawatt die zweitgrößte Fernwärmeerzeugerin Wiens und deckt mit 60 Megawatt Grundlast ab. Jährlich werden etwa 40.000 Megawattstunden Strom und 470.000 Megawattstunden Fernwärme produziert, genug für über 60.000 Haushalte. Neben der Müllverbrennung sorgen fünf gas- oder ölbefeuerte Heißwasserkessel für zusätzliche Spitzenlast. Die Rauchgasreinigung wurde mehrfach modernisiert, zuletzt mit einer Nasswäsche und Entstickungsanlage in den 1980er Jahren. Besonders auffällig ist die von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Fassade, die nach einem Brand 1987 entstand. Ein markantes Detail ist das „Kapperl Hundertwasser“ auf dem Dach, das auf eine spontane Idee des Künstlers zurückgeht. Die Anlage verbindet damit Technik, Ökologie und Kunst und diente später als Vorbild für eine ähnliche Anlage in Osaka.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
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