📷 Bild: Wikimedia Commons
Tötungsanstalt Hadamar
Tötungsanstalt des Deutschen Reichs
Die Tötungsanstalt Hadamar befand sich im mittelhessischen Hadamar und war Teil der Landesheilanstalt. Sie wurde ab 1941 als sechste NS-Tötungsanstalt für das Euthanasie-Programm eingerichtet und lag im Altbau der Vitos Klinik auf dem Mönchberg. Die Anstalt war für die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen bekannt, wobei die Opferzahl bis 1945 auf etwa 14.500 geschätzt wird. Die Gedenkstätte Hadamar erinnert heute an die Verbrechen. Die Tötungsanstalt war zentral im Aktion T4-Programm und verzeichnete bis 1941 10.122 Tote. Die Opfer wurden in einer Gaskammer mit Kohlenstoffmonoxid ermordet, nachdem sie seziert und ihre Gehirne an Universitäten geschickt wurden. Die Anstalt war auch für die „dezentrale Euthanasie“ bekannt, bei der durch Medikamente und Hungertod weitere 4.422 Menschen getötet wurden. Die Morde wurden durch das Personal der Anstalt und in Zusammenarbeit mit dem NS-Staat durchgeführt. In Hadamar gab es Räume wie eine Gaskammer, ein Krematorium und ein Friedhof. Die Anstalt war Teil eines Netzwerks aus „Zwischenanstalten“, in denen die Opfer zunächst in Sammeltransporten verlegt wurden. Die Mordmethoden umfassten Injektionen, Medikamente und gezielte Hungertod. Die Anstalt wurde bis 1945 genutzt, bis die US-Truppen Hadamar besetzten und die systematische Ermordung stoppten.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Sanatorium, Museum, Tötungsanstalt, psychiatrische Klinik
- Ort
- Hadamar
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal in Deutschland
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