Sächsisch-karolingische Siedlung von Liebenau

📷 Bild: Wikimedia Commons

Landkreis Nienburg/WeserBezirk Landkreis Nienburg/Weser

Sächsisch-karolingische Siedlung von Liebenau

archäologische Stätte in Deutschland

Die Sächsisch-karolingische Siedlung von Liebenau befand sich im 8. und 9. Jahrhundert am südlichen Ortsrand von Liebenau, auf einer Binnendüne zwischen Weser und Großer Aue. Sie lag in der Region des Mittelwesergebiets und wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt aufgegeben. Die Bodenreste wurden durch Sandüberwehungen bewahrt, da das Gelände nie intensiv landwirtschaftlich genutzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Düne zur Sandgewinnung abgetragen, was zu archäologischen Funden führte. Die Ausgrabungen von 1971 und 1973 ergaben drei Grubenhäuser sowie Funde wie Scheibenfibel, Kamm und Muschelschalen. 2015 bis 2019 führte die Universität Göttingen weitere Grabungen durch, bei denen Pfostenstellungen, Vorratsgruben und Wagenradspuren entdeckt wurden. Über 10.000 Keramikscherben aus dem 8. und 9. Jahrhundert wurden geborgen. Die Funde belegen eine Siedlung mit Ackerbau, Viehzucht, Fischfang und Eisenverarbeitung. Die Siedlung war ein weilerartiger Wohnplatz mit etwa 30 bis 100 Bewohnern. Sie lag an Flüssen und nutzte deren Ressourcen, wobei Eisenverarbeitung betrieben wurde. Die Siedlung galt als Handelsposten. Die Ausgrabungen zeigten einen Verkehrsweg und dokumentierten die Lebensweise der Bewohner. Die Ergebnisse wurden in einer Ausstellung im Ort präsentiert.

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Art
Archäologische Stätte
Ort
Liebenau

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