Bayern

Historische Felsengänge Nürnberg

Unter der Nürnberger Altstadt, im Sandstein des Burgbergs, liegt das größte zusammenhängende Felsenkellerlabyrinth Süddeutschlands. Ab 1380 wurde es über mehrere Stockwerke in den Fels geschlagen; heute erstreckt es sich über rund 25.000 Quadratmeter. Anlass war das Bier: Eine Verordnung von 1303 schrieb den Nürnberger Brauern vor, ihr Bier in einem eigenen Keller zu lagern und zu vergären, „zehen schuch tieff und sechzehen schuch weit“. Im späten 14. Jahrhundert gab es in der Stadt mehr als 40 Brauereien bei etwa 30.000 Einwohnern. Die Keller reichen stellenweise vier Stockwerke tief. Sie halten von selbst 8 bis 12 Grad — der Grund, warum sie später eine zweite Geschichte bekamen. Ab Oktober 1940 baute man sie zu Luftschutzräumen aus. Beim schwersten Angriff auf Nürnberg am 2. Januar 1945 drängten sich in einer für 15.000 bis 20.000 Menschen ausgelegten Anlage schätzungsweise 35.000 bis 40.000. Ein eigener Keller an der Oberen Schmiedgasse, der Schmiedkeller, wurde klimatisiert und diente als Kunstbunker für ausgelagerte Kunstwerke. Zu sehen sind die Gänge nur mit Führung; sie starten stündlich am Eingang an der Bergstraße unterhalb der Kaiserburg. Es ist kühl und feucht, feste Schuhe und eine Jacke sind auch im Hochsommer sinnvoll. Die Runde dauert gut eine Stunde.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.

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