Kanonissenstift Herzebrock, später Benediktinerinnenkloster
Kirchengebäude in Herzebrock-Clarholz
Das Benediktinerinnenkloster Herzebrock in Herzebrock-Clarholz, Kreis Gütersloh, Nordrhein-Westfalen, wurde um 860 als Kanonissenstift gegründet und 1208 in ein Benediktinerinnenkloster umgewandelt. Es blieb bis 1803 bestehen und ist heute im Besitz des Fürstenhauses zu Bentheim-Tecklenburg. Die Gründungsurkunde wurde als Fälschung aus dem 11. Jahrhundert erkannt, doch ein adeliger Frauenkonvent existierte bereits im 9. Jahrhundert. Die Gemeinschaft war bis 1208 weitgehend unabhängig vom Bistum Osnabrück und besaß Immunität sowie Gerichtsbarkeit. Im Jahr 1069 versuchte Bischof Benno II., das Stift nach Osnabrück zu verlegen, doch dies scheiterte. 1467 schloss sich Herzebrock der Reformbewegung der Bursfelder Kongregation an und wurde als selbständiges Mitglied aufgenommen. Die Reform unter Äbtissin Sophia von Stromberg und später Sophia von Münster führte zu einem Aufschwung, der sich in Handschriften und Andachten in niederdeutscher Sprache widerspiegelte. Im Kloster gibt es eine romanische Kirche mit Westturm aus dem 12. Jahrhundert und einen spätgotischen Langsaal aus dem 15. Jahrhundert. Die Innenausstattung umfasst einen Rosenkranzaltar, dessen Reste in Museen in Münster und London zu finden sind. Der Klostergarten wurde im 21. Jahrhundert rekonstruiert. Der Prälatenweg verbindet die Anlagen von Herzebrock, Clarholz und Marienfeld.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Kirchengebäude, Kloster, religiöse Gemeinschaft
- Ort
- Herzebrock-Clarholz
- Denkmalstatus
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
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