SehenswürdigkeitBenelux

Le Bois du Cazier

Der Bois du Cazier bei Marcinelle im Hennegau war ein belgisches Steinkohlebergwerk. Heute befinden sich auf dem Gelände eine Gedenkstätte und ein Bergbaumuseum mit Zugang zur Grube. 2012 wurde die Anlage gemeinsam mit drei weiteren wallonischen Bergwerken in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Bekannt wurde der Ort durch das schwerste Grubenunglück der belgischen Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Belgien und Italien ein Abkommen geschlossen, das Arbeitskräfte gegen Kohlelieferungen tauschte; viele Bergleute kamen aus Italien in den Hennegau. Am Morgen des 8. August 1956 brach in 975 Meter Tiefe im Schacht Saint-Charles ein Feuer aus. Ein nur teilweise aufgeschobener Förderwagen zerriss beim Austreiben ein Elektrokabel, eine Ölleitung und einen Druckluftschlauch, der Kurzschluss entzündete das Öl. Weil Saint-Charles der einziehende Wetterschacht war, zog der Rauch in die Grube. 262 Männer aus zwölf Nationen erstickten, unter ihnen 136 Italiener. Ursachen waren vor allem veraltete Ausrüstung und schlecht geschultes Personal. Belgien verschärfte danach die Sicherheitsbestimmungen, und die Montanunion verfügte zwei Jahre später die Schliessung aller wallonischen Zechen, die den neuen Vorschriften nicht genügten. Die Zeche selbst wurde am 9. Dezember 1967 stillgelegt. Vierzehn Tote konnten damals nicht identifiziert werden und wurden ohne Namen auf dem Ehrenfriedhof von Marcinelle bestattet; seit 2019 laufen Exhumierungen, mit denen mehrere von ihnen nachträglich einen Namen zurückerhalten haben.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.

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