📷 Bild: Wikimedia Commons
Massaker von Rechnitz
Im Burgenland, nahe der ungarischen Grenze, liegt Rechnitz mit dem Kreuzstadl, einer Ruine am Rand des Ortes. Hier wurden Ende März 1945 etwa 180 erschöpfte ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in einer einzigen Nacht ermordet, nur Tage vor dem Eintreffen der Roten Armee. Die Täter waren Teilnehmer eines Schlossfestes unter Leitung von Margit von Batthyány, die mit ihrem Mann Graf Ivan von Batthyány den Abend veranstaltete. Der Ort steht für eines der letzten Verbrechen des NS-Regimes in der Region, bei dem SS-Kommandos und lokale Täter systematisch schwache Häftlinge töteten. Verantwortlich gemacht werden unter anderem der Gestapoführer Franz Podezin und der Gutsverwalter Hans Joachim Oldenburg, deren Flucht durch die Familie Batthyány unterstützt worden sein soll. Trotz mehrerer Grabungen in den letzten Jahrzehnten blieb das Massengrab verschollen, nur 18 Leichen wurden 1970 gefunden und später auf dem jüdischen Friedhof in Graz bestattet. Heute erinnert eine Gedenkstätte am Kreuzstadl an die Opfer, darunter eine Ruine als Mahnmal und ein Freilichtmuseum mit Videos und Texten. Jährlich findet am Palmsonntag eine Gedenkveranstaltung statt, an der auch internationale Vertreter teilnehmen. Die Suche nach dem Grab bleibt jedoch erfolglos, während literarische und filmische Werke wie Elfriede Jelineks Theaterstück oder Eva Menasses Roman die Erinnerung wachhalten.
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