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Fugnitz
Die Fugnitz ist ein kleiner Fluss im nordöstlichen Waldviertel Niederösterreichs, der bei Hardegg in die Thaya mündet. Sie entspringt zwischen den Katastralgemeinden Purgstall und Dallein von Geras und fließt durch den Ort Fugnitz sowie den Fugnitzwald. Ihr Name geht vermutlich auf das slawische Wort für Buchen zurück, da sie durch ein Gebiet mit vielen Buchenwäldern verläuft. Mit einem Einzugsgebiet von etwa 137 Quadratkilometern ist sie auch als Fugnitzbach bekannt. Der Fluss gewann 2006 durch ein schweres Unwetter an Bedeutung, als er innerhalb kurzer Zeit stark anschwoll. Die Flutwelle beschädigte den Bahndamm der Lokalbahn Retz–Drosendorf so stark, dass der Verkehr des Reblaus-Express unterbrochen werden musste. Auch eine Straßenbrücke der Thayatal Straße wurde zerstört, und in Hardegg kam es zu erheblichen Verwüstungen. Historisch trieb die Fugnitz ein Wasserkraftwerk im Rosental an, das 1920 erbaut und ein Jahr später in Betrieb genommen wurde. Es versorgte 16 umliegende Orte, bis es 1945 von der Sowjetarmee zerstört wurde. Heute sind noch Reste wie eine betonierte Rohrbrücke und Fundamente des Kraftwerksgebäudes im Wald zu finden. Die Fugnitz war auch Gegenstand politischer Verhandlungen: In den Beneš-Memoranden von 1919/1920 wurde eine Grenzkorrektur vorgeschlagen, die Hardegg, Merkersdorf und Schloss Karlslust der Tschechoslowakei zugesprochen hätte. Dadurch wäre die Fugnitz teilweise zum Grenzfluss geworden. Die Region um Fugnitz und Hardegg verbindet damit Naturereignisse, historische Spuren und politische Geschichte.
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