📷 Bild: Wikimedia Commons
Linienwall
Der Linienwall war eine historische Befestigungsanlage, die einst die Vorstädte Wiens von den Vororten trennte. Er verlief als Erdwall mit Palisaden und Graben zwischen dem Donauarm bei Sankt Marx und dem Lichtental, wobei er sich aus militärischen Gründen im Zickzack schlängelte. Mit einer Länge von etwa 13,5 Kilometern und einer Höhe von vier Metern diente er ursprünglich dem Schutz gegen türkische und kuruzzische Angriffe, etwa beim gescheiterten Überfall am 11. Juni 1704, bei dem 2600 Wiener und 150 Studenten mitwirkten. Militärisch verlor der Linienwall schnell an Bedeutung, doch als Steuergrenze blieb er bis 1892 relevant. An den neun Haupttoren und späteren Durchlässen wie der Belvedere-Linie oder der Hundsturmer Linie wurden Abgaben wie die Verzehrungssteuer erhoben. Die Steuerungleichheit förderte etwa in Neulerchenfeld den Aufschwung des Gastgewerbes, da außerhalb des Walls Waren günstiger angeboten werden konnten. Die 18 Linienkapellen, geweiht dem heiligen Nepomuk, boten Reisenden und Mautbeamten an der Grenze spirituelle Orte. Heute sind nur noch wenige Spuren des Linienwalls erhalten. Die Hundsturmer Kapelle steht als einziges original erhaltenes Bauwerk an ihrem ursprünglichen Platz in Margareten. Spärliche Mauerreste finden sich etwa entlang der Schnellbahn-Stammstrecke im 3. Bezirk oder im Innenhof eines Hauses in der Weyringergasse. Der einstige Wall prägt heute die Stadtstruktur, etwa durch die Gürtelstraße, die auf seiner Außenseite entstand.
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