Süditalien

Baia dei Turchi

Die Baia dei Turchi ist eine sandige Bucht an der Adriaküste des Salento, wenige Kilometer nördlich von Otranto in Apulien. Ihren Namen, Türkenbucht, verdankt sie der Überlieferung, hier seien im 15. Jahrhundert die osmanischen Krieger an Land gegangen, die anschließend Otranto belagerten. Die Bucht gehört zum geschützten Gebiet der Alimini-Seen, einem der wichtigsten Ökosysteme des Salento und ganz Apuliens. Der Küstenabschnitt ist als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung ausgewiesen und damit europarechtlich geschützt. Wie sehr die Bucht auch den Italienern am Herzen liegt, zeigte sich bei den Erhebungen des Fondo per l'Ambiente Italiano: 2007 nahm der Fonds die Baia dei Turchi in die Liste der ersten hundert zu rettenden Orte Italiens auf, und bei der Zählung von 2009 landete sie auf dem zwölften Platz landesweit und dem ersten in Apulien. Dass die Bucht heute frei und unverbaut geblieben ist, war lange nicht ausgemacht. Ab dem Frühjahr 2006 entstand hier ein Strandbad; nach anhaltenden Protesten von Bürgern sowie den apulischen Verbänden von WWF und Legambiente wurde die Baustelle im Juni 2006 beschlagnahmt, weil bei Verfahren und Bau Verstöße festgestellt und Schäden an Landschaft und angrenzender Macchia verursacht worden waren. Im Juli 2007 widerrief die Gemeinde Otranto die Baugenehmigung; Anfang 2009 war der Rückbau abgeschlossen. Geblieben sind Sand, Pinien und Macchia.

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