KZ-Gedenkstätte Ebensee
Ebensee am Traunsee war von November 1943 bis Mai 1945 Standort eines der größten Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen. Häftlinge mussten unter Tage Stollen in den Berg treiben – die Anlage war errichtet worden, nachdem britische Luftangriffe die Raketenfertigung in Peenemünde getroffen hatten und die Produktion auf Hitlers Anordnung untertage verlagert werden sollte. Die Bedingungen im Lager gehörten zu den mörderischsten des gesamten Systems. Gearbeitet wurde zehn bis zwölf Stunden täglich, die durchschnittliche Tagesration betrug rund 700 Kilokalorien. Zwischen November 1943 und Mai 1945 starben 8745 Häftlinge. Ende April 1945 waren etwa 18.437 Menschen im Lager. Am 6. Mai 1945 befreite die 80. US-Infanteriedivision Ebensee. Heute bestehen am Ort zwei einander ergänzende Einrichtungen: die KZ-Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände und das Zeitgeschichte Museum in der Kirchengasse, das die Jahre 1918 bis 1955 in einem breiteren Zusammenhang darstellt. Zum Bestand gehören ein Archiv mit Bibliothek, Videointerviews mit Zeitzeugen sowie Datenbanken zu Häftlingsbiografien und Displaced Persons. Angeboten werden Workshops und Projekttage für Schulen; ein jährlicher Gedenktag findet am 9. Mai statt. Für Museum und Gedenkstätte sollte man einen halben Tag einplanen, beide liegen einige Gehminuten auseinander.
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