Norditalien

Grotte di Toirano

Die Grotte di Toirano öffnen sich auf rund 183 Metern Höhe im Val Varatella, oberhalb des Ortes Toirano in der ligurischen Provinz Savona. Der Berg besteht aus triassischen Dolomitkalken, in die das Wasser ein weitverzweigtes Karstsystem gelöst hat. Erschlossen sind mehrere Hohlräume, die heute zu einem durchgehenden Rundgang verbunden sind. Bedeutung hat die Anlage vor allem als prähistorischer Fundort. In der Grotta della Bàsura, der "Hexenhöhle", blieben menschliche Fußspuren aus dem Epigravettien erhalten, rund 12.000 Jahre alt, im sogenannten Corridoio delle Impronte. Dazu kommen Knochen und Spuren des Höhlenbären, die auf einen Zeitraum zwischen etwa 50.000 und 24.000 Jahren vor heute datiert werden – ein eigener Saal trägt deshalb den Namen Cimitero degli Orsi. Die Bärenkammer wurde 1950 entdeckt, drei Jahre später begann der Besucherbetrieb. Die Grotta di Santa Lucia Inferiore kam 1960 hinzu und wurde 1967 durch einen künstlichen Stollen angeschlossen. Der Weg durch beide Höhlen misst etwa 1,3 Kilometer und verläuft zwischen Sinterbecken, Tropfsteinen und Sälen wie der Sala del Laghetto. Im Sala del Pantheon steht eine acht Meter hohe Sintersäule. Der Abschnitt Santa Lucia diente im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum. Besichtigt wird ausschließlich mit Führung.

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