Grotta di Bossea
Die Grotta di Bossea liegt im Valle Corsaglia in der Gemeinde Frabosa Soprana in der Provinz Cuneo, im piemontesischen Teil der Ligurischen Alpen. Das Karstsystem misst rund 2,8 Kilometer und überwindet dabei etwa 200 Höhenmeter; durch die Hallen fließen unterirdische Bäche, die sich zu Seen stauen. Erste Erkundungen fanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt. 1874 wurde die Höhle für Besucher geöffnet — damit gehört sie zu den ältesten Schauhöhlen Italiens und ist ein Stück Gründungsgeschichte der italienischen Höhlenforschung. Der Weg führt an mächtigen Sinterbildungen, Tropfsteinen und riesigen Felsblöcken vorbei, die von Einbrüchen der Decke zeugen. Bekannt ist Bossea auch für seine Funde: Höhlenbären hielten sich hier zwischen etwa 80.000 und 12.000 Jahren vor heute zum Winterschlaf auf und hinterließen Kratzspuren an den Wänden; Knochenmaterial dieser Tiere gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der Höhle. Rund fünfzig endemische Arten leben im Höhlensystem, meist an die Dunkelheit angepasste Gliederfüßer. Das Polytechnikum Turin unterhält vor Ort ein Labor für Karstforschung. Seit 2011 ist die Umgebung als Naturschutzgebiet der Region Piemont ausgewiesen und wird von der Verwaltung der Schutzgebiete der Seealpen betreut. Im Inneren ist es kühl und feucht, warme Kleidung und rutschfeste Schuhe sind angebracht.
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