Westdeutschland

Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim

Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim liegt beiderseits der deutsch-französischen Grenze im Bliestal und verbindet auf rund 70 Hektar zwei archäologische Fundlandschaften: eine keltische im saarländischen Reinheim, eine gallorömische im lothringischen Bliesbruck. Das Gelände gehört zum UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau und ist zugleich Ausgrabungsstätte, Museum und Landschaftspark. Bekannt wurde der Ort 1954 mit dem Fund des Fürstinnengrabs von Reinheim, einer frühlatènezeitlichen Bestattung um 370 v. Chr. mit kunstvoll gearbeitetem Goldschmuck und Beigaben, die weite Handelsverbindungen belegen. Der Grabhügel ist rekonstruiert; ein dunkler Gang führt in die nachgebaute Grabkammer. Auf französischer Seite kam 1971 ein römischer Vicus zutage, eine Kleinstadt mit rund 2.000 Einwohnern, dazu ein Handwerkerviertel und eine Thermenanlage. Die zugehörige gallorömische Villa gehört mit sieben Hektar zu den größten des Saar-Mosel-Raums. Systematisch erforscht wird das Gelände seit 1978, den Kulturpark selbst gibt es seit 1989. Der Rundgang führt über weite Freiflächen zwischen Fundamenten, wiederaufgebauten Nebengebäuden, einem Torhaus und einem rekonstruierten römischen Garten; Ausstellungsgebäude ergänzen die Stationen im Freien. Für Kinder gibt es Mitmachstationen, dazu großzügige Wiesen zum Picknicken. Wechselnde Sonderausstellungen, Römerfeste und archäologische Schnuppergrabungen füllen die Saison; Teile des Geländes sind ebenerdig erschlossen.

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