Südspanien

Cueva Pintada de Gáldar

Die Cueva Pintada liegt mitten in Gáldar im Nordwesten Gran Canarias, wenige Straßen vom historischen Kern der Stadt entfernt, die vor der Eroberung Sitz der Könige der Insel war. Es handelt sich um eine in vulkanisches Gestein geschlagene Höhle mit bemalten Wänden — den bedeutendsten erhaltenen Wandmalereien der altkanarischen Kultur — samt dem umgebenden Siedlungsgelände. Gefunden wurde die Höhle 1862 zufällig bei Feldarbeiten; bekannt gemacht wurde sie, nachdem José Ramos Orihuela sie 1873 besuchte und beschrieb. Die Wände sind mit geometrischen Mustern in mehreren Farben überzogen, die regelmäßig angeordnet sind — üblicherweise in Reihen zu zwölf. Forscher vermuten darin die Aufzeichnung eines Kalenders. Für die Kultur der vorspanischen Bevölkerung hat der Raum einen so hohen Rang, dass er verschiedentlich mit der Sixtinischen Kapelle verglichen wurde. Seit 1972 ist die Stätte als Kulturgut eingestuft. Nach über zwanzig Jahren Konservierungs- und Grabungsarbeiten wurde die Anlage am 26. Juli 2006 als Museum und archäologischer Park wiedereröffnet. Zum Haus gehören Forschungs- und Lehrlabore, eine Bibliothek und ein Mehrzwecksaal; der Rundgang führt über Stege durch das Grabungsfeld und endet an der bemalten Kammer, die aus konservatorischen Gründen nur durch eine Scheibe und in begrenzter Zahl einsehbar ist. Die Besichtigung ist an feste Zeiten und Gruppengrößen gebunden.

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