Südspanien

Cenobio de Valerón

Das Cenobio de Valerón liegt im Norden Gran Canarias im Gemeindegebiet von Santa María de Guía, oberhalb der Küstenstraße bei der Ortslage Cuesta de Silva. Trotz des Namens — cenobio heißt Kloster — handelt es sich nicht um eine religiöse Anlage, sondern um einen gemeinschaftlichen Getreidespeicher der altkanarischen Bevölkerung. Er liegt geschützt unter einem natürlichen Felsbogen an einer steilen Wand aus vulkanischem Tuff. In den weichen Tuff wurden 298 Kammern von ein bis drei Quadratmetern Grundfläche geschlagen, verteilt auf acht übereinanderliegende Ebenen. Der schwer zugängliche Standort und das stabile Verhältnis von Temperatur und Luftfeuchte unter dem Felsdach machten den Ort zur idealen Vorratskammer in einer Zeit ohne technische Konservierung. Genutzt wurde er nach heutigem Forschungsstand vom 13. bis ins 15. Jahrhundert, bis zur europäischen Eroberung der Insel. Gefunden wurden Steinwerkzeuge, Mahlsteine, Keramik und Reste eingelagerter Gerste und Weizen, außerdem pintaderas — kleine Stempel mit geometrischen Mustern, die vermutlich zum Kennzeichnen der Vorräte dienten. 1978 wurde der Speicher zum historisch-künstlerischen Denkmal erklärt und später als Kulturgut eingestuft. Heute ist er als archäologischer Park zugänglich und Teil des Netzes archäologischer Stätten Gran Canarias. Ein gesicherter Weg mit Treppen führt vom Besucherbereich an die Felswand heran; von dort ist die Kammerwand in ihrer ganzen Höhe zu überblicken.

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