Norddeutschland

Dialoghaus Hamburg

Das Dialoghaus in der Hamburger Speicherstadt ist ein Ausstellungshaus, in dem die Rollen vertauscht sind: Blinde und gehörlose Menschen führen sehende und hörende Besucher durch Räume, in denen deren gewohnte Sinne nichts nützen. Rund die Hälfte der Mitarbeitenden lebt mit einer sichtbaren oder unsichtbaren Behinderung. Der Kern ist "Dialog im Dunkeln". Blinde Guides führen durch vollständig abgedunkelte Räume, in denen Alltagsszenen wie ein Park, eine Straße oder eine Bar nachgebaut sind — wahrnehmbar nur über Geräusche, Gerüche, Temperaturen und Berührung. Das Konzept entwickelte der Journalist Andreas Heinecke 1988, die erste Ausstellung öffnete 1989 in Frankfurt. Seither war sie in über 30 Ländern und mehr als 130 Städten zu sehen, wurde von über neun Millionen Menschen besucht und schuf rund 9.000 Arbeitsplätze für blinde und sehbehinderte Menschen. In Hamburg besteht die Ausstellung seit 2000. Das Gegenstück "Dialog im Stillen" führt in die Verständigung ohne Worte: gehörlose Guides arbeiten mit Mimik, Gestik und Körpersprache. Ergänzend gibt es das viergängige "Dinner in the Dark", das Format "Abenteuer der Sinne" sowie "TimeShift — Reise ins Morgen". Die Rundgänge finden in kleinen Gruppen und mit Zeitfenster statt, eine Voranmeldung ist ratsam. Das Haus liegt an der U-Bahn-Station Messberg und ist ganzjährig geöffnet.

Opening hours and admission prices change with the season and are therefore not part of this text.

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