Torrelavega liegt in der autonomen Region Kantabrien im Norden Spaniens, eingebettet zwischen Gebirgsketten und nur wenige Kilometer von der Küste entfernt. Die Stadt wird von den Flüssen Saja und Besaya durchzogen, die sich hier vereinen und später in einer Dünenlandschaft ins kantabrische Meer münden. Das Gelände steigt von etwa zwölf Metern im Tal bis auf 606 Meter am Dobra-Berg an, der einen weiten Blick über das Stadtgebiet bietet. Umgeben ist Torrelavega von mehreren Gemeinden wie Cartes, Los Corrales de Buelna und San Felices de Buelna, während im Norden Orte wie Santillana del Mar und Suances liegen.
Die Gründung der Stadt geht auf das späte 13. Jahrhundert zurück, als Garcilaso I. de la Vega im Auftrag von Alfons XI. den Ort ins Leben rief. Der Name leitet sich von einem Turm ab, den Leonor de la Vega errichten ließ, um die Kontrolle über Steuern und Handelswege zu sichern. Im Mittelalter entwickelte sich Torrelavega zu einem wichtigen Handelsplatz, doch mit der Industrialisierung verlor sie diese Rolle. Später prägte der Bergbau die Stadt, bis die meisten Gruben geschlossen wurden. Heute ist Torrelavega ein wirtschaftliches Zentrum mit modernen Industriebetrieben, doch der Strukturwandel hinterließ soziale Spannungen in einigen Stadtteilen.
Besucher finden in Torrelavega kaum klassische Touristenattraktionen, doch es gibt historische Kirchen und Industrieanlagen unter Denkmalschutz. Die Stadt ist bekannt für ihre kulturellen Feste, etwa das Fest zu Ehren der Virgen Grande mit Blumengala und Kutschenumzug Mitte August. Kulinarisch sticht der Polkas-Kuchen hervor, ein Blätterteiggebäck mit süßer Füllung. Sportlich hat Torrelavega einige bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht, darunter Radrennfahrer wie Óscar Freire und Fußballer wie Pachín. Zudem beherbergt die Stadt eine juristische Fakultät und eine Bergbauschule.