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Festspielhaus Bayreuth

Das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel am nördlichen Stadtrand von Bayreuth ist kein Opernhaus im üblichen Sinn, sondern ein Zweckbau für ein einziges Werk-Konzept. Richard Wagner ließ es errichten, damit sein Publikum ohne Ablenkung allein den Aufführungen folgt — und ließ dafür fast alles weg, was ein Theater des 19. Jahrhunderts sonst ausmachte: Der Außenbau besteht aus rotem Ziegel mit minimalem Dekor, Zuschauerraum und Bühnenhaus wurden ursprünglich als Holzfachwerk ausgeführt. Die Grundsteinlegung fand am 22. Mai 1872 statt, an Wagners 59. Geburtstag; er dirigierte dazu Beethovens Neunte. Die Pläne stammen von Otto Brückwald und greifen Grundzüge früherer Entwürfe Gottfried Sempers auf. Der Bau zog sich bis 1875 hin und stand mehrfach vor dem Scheitern, bis König Ludwig II. ihn 1874 mit einem Darlehen von 400.000 Mark sicherte. Am 13. August 1876 wurde das Haus mit dem Rheingold eröffnet, im Rahmen der ersten zyklischen Aufführung des Ring des Nibelungen. Die beiden Neuerungen, die bis heute nachwirken, sind der verdeckte Orchestergraben — von Wagner mystischer Abgrund genannt, durch einen Schalldeckel der Sicht entzogen und klanglich zur Bühne hin gelenkt — und der amphitheatralisch gleichmäßig ansteigende Zuschauerraum ohne Rangaufbau, der von fast allen der rund 1.970 Plätze freie Sicht gibt. Bespielt wird das Haus ausschließlich während der Bayreuther Festspiele im Hochsommer, mit etwa 30 Vorstellungen.

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