SehenswürdigkeitNormandie

La Redoute de Merville

Die Redoute de Merville steht in Merville-Franceville-Plage an der Küste des Calvados, dort wo die Orne in den Ärmelkanal mündet. Sie wurde 1779 unter Ludwig XVI. begonnen und 1780 fertiggestellt — als eine von drei Redouten, die die normannische Küste gegen englische Angriffe sichern und die Mündung überwachen sollten. Der Bau ist eine halb eingegrabene, hufeisenförmige Kleinfestung, deren Gräben bei Flut voll Wasser stehen. Der Zugang liegt im Südosten hinter einem Portal, dem 1840 ein Torhaus aus Backstein vorgesetzt wurde; ein gewölbter Gang führt durch den 5,5 Meter starken Wall ins Innere. Bewaffnet war die Anlage mit zwei 24-Pfündern und einem Mörser, dazu kamen ein Pulvermagazin und Unterkünfte für dreißig Soldaten und einen Offizier. Von der Plattform ließ sich die gesamte Bucht überblicken. Dauerhaft besetzt war die Redoute bis 1815; in den 1870er und 1880er Jahren diente sie als Zollposten, zwischen 1940 und 1944 bezogen die deutschen Truppen sie in den Atlantikwall ein. Seit 1978 steht sie als Monument historique unter Schutz, von 1979 bis 2022 wurde sie durch den französischen Staat instand gesetzt. Zu sehen sind heute die Mannschaftsräume, das Pulvermagazin, der gewölbte Zugang und die erhaltenen deutschen Bunker aus der Kriegszeit — ein Ort, an dem zwei Jahrhunderte Küstenverteidigung übereinanderliegen.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.

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