Südfrankreich

Vallée des Merveilles

Das Vallée des Merveilles, das Tal der Wunder, liegt im Massiv des Mercantour auf dem Gebiet der französischen Gemeinde Tende, in der Region um den Mont Bégo nahe der Grenze zu Italien. Das Tal hat einem der bedeutendsten Felsbildgebiete Europas den Namen gegeben: Rings um den 2'872 Meter hohen Mont Bégo und den Pic des Merveilles auf 2'659 Metern zieht sich das archäologische Gelände über sieben Hochtäler, die alle über 2'000 Meter liegen. Gezählt wurden rund 36'000 vorgeschichtliche Felsritzungen aus dem Neolithikum und der frühen Bronzezeit, davon etwa 20'000 figürliche, verteilt auf 4'200 Felsen und knapp 1'400 Hektar innerhalb eines Gebiets von 4'000 Hektar. Mit den weniger erforschten Ritzgravuren dürfte die Gesamtzahl an die 100'000 heranreichen – mengenmässig das grösste Felsbildgebiet Frankreichs, vor Fontainebleau. Zwei Techniken lassen sich unterscheiden: das Picken, bei dem millimeter- bis zentimetertief Gestein abgetragen wurde, und die feinere Ritzung. Die gepickten Bilder gelten als die älteren und wurden systematisch aufgenommen. Die Motive wiederholen sich: gehörnte Figuren, die als Rinder gedeutet werden, Waffen wie Dolche, Hellebarden und Beile, menschliche Gestalten, Gitter- und geometrische Muster. Die Gravuren sitzen unter freiem Himmel auf rundgeschliffenen Felsbuckeln oder auf erratischen Blöcken, meist aus Pelit und Sandstein. Neben dem Vallée des Merveilles selbst und dem benachbarten Fontanalbe gehören die Bereiche Valaurette, Col du Sabion, Lac Sainte-Marie und Valmasque dazu; auf italienischer Seite liegt der Sektor Vei del Bouc.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.

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