Sehenswürdigkeit

Twierdza Przemyśl

Die Twierdza Przemyśl ist ein Gürtel von Festungswerken in und um die Stadt Przemyśl in der Woiwodschaft Karpatenvorland im Südosten Polens. Sie zählte 1914 zu den rund 200 großen ständigen Befestigungen Europas und war nach Antwerpen und Verdun die drittgrößte. Ihre Aufgabe war die Sicherung der Przemyśler Pforte am Übergang vom Sandomirer Becken in die Karpaten. Kaiser Franz Joseph entschied 1871 über den Baubeginn, 1873 lag das Projekt vor; veranschlagt waren 24 Millionen Gulden und 24 Jahre Bauzeit. Aus Geldmangel wurde die Anlage nie vollendet. Bei Kriegsausbruch bestand der äußere Ring aus 17 Hauptforts auf 45 Kilometern Umfang, dazu kamen 14 feste Batterien und ein innerer Gürtel von 21 Werken, besetzt mit 128.000 Mann und 1.022 Geschützen. Mitte August 1914 bauten rund 27.000 Arbeiter sieben Zwischenwerke, 24 Unterstände, 50 Kilometer gedeckte Gräben und 200 Geschützstände. Przemyśl erlebte drei Belagerungen und war 173 Tage vom eigenen Frontverlauf abgeschnitten. In der zweiten Belagerung ab dem 5. November 1914 riegelten russische Truppen die Festung ab; die Besatzung schlachtete fast 10.000 Pferde, ein Ausbruchsversuch im März 1915 scheiterte. Am 22. März wurden Geschütze, Forts und die Sanbrücken gesprengt, am folgenden Tag kapitulierte die Festung. Am 3. Juni 1915 nahmen österreichische und deutsche Verbände die Stadt zurück. Seit 1968 stehen die Werke unter Denkmalschutz, seit 2019 gilt die Festung als Geschichtsdenkmal Polens. Ein schwarz markierter Wanderweg und die 87 Kilometer lange Festungsradroute mit Nord- und Südschleife erschließen die Forts.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.

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