Kartause St. Michael

📷 Bild: Wikimedia Commons

KlosterRheinland-PfalzBezirk Rheinland-Pfalz

Kartause St. Michael

ehemaliges Kloster der Kartäuser in Mainz

Das Kartäuserkloster St. Michael stand auf dem Michelsberg in der heutigen Mainzer Oberstadt. Es wurde 1320 von Erzbischof Peter von Aspelt gegründet und 1324 bezugsfertig. Die Kirche wurde 1330 begonnen und 1350 konsekriert. Es war die erste Kartause auf deutschem Boden. 1552 wurde es im Zweiten Markgrafenkrieg zerstört, 1613 wieder aufgebaut. 1781 wurde es aufgelöst und 1792 abgerissen. Heute erinnert die Straße „Kartaus“ und der Brunnen Kartaus an das Kloster. Das Kloster war ein bedeutendes Zentrum der Kartäuserbruderschaft und verfügte über eine umfangreiche Bibliothek mit über 600 Handschriften. Die Mönche sammelten liturgische Texte, Bibeln und Bibelkommentare, wodurch sich der Bestand stetig vergrößerte. Die Handschriften wurden sorgfältig abgeschrieben und dienten als Vorlagen für den Buchdruck. Einzigartige Kataloge aus dem 15. und 16. Jahrhundert dokumentieren die Bibliothekskollektion. Die Handschriften befinden sich heute in verschiedenen Bibliotheken, darunter in Oxford, London und Basel. Von der Kartause sind barocke Hochaltäre, ein Chorgestühl und eine Intarsientür erhalten geblieben. Die Hochaltäre befinden sich in der Basilika St. Marcellinus und Petrus zu Seligenstadt, das Chorgestühl in Trier und New York, die Intarsientür in Burg Bischofstein. Die Reste der Kartause sind ein Zeugnis der künstlerischen und kulturellen Bedeutung des Klosters.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber

Art
Kloster, religiöse Gemeinschaft, Kartause, zerstörtes Gebäude oder Bauwerk
Ort
Mainz
Erbaut
1324

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