ThüringenBezirk Thüringen

Opfermoor Niederdorla

vorgeschichtliche Kultstätte im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis

Das Opfermoor Niederdorla liegt in der Vogtei südwestlich von Mühlhausen im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis. Es ist ein flacher See nördlich von Niederdorla, etwa 200 Meter vom Ortsrand entfernt. Die Kultstätte wurde in der Hallstattzeit genutzt und war bis ins 12. Jahrhundert kultisch aktiv. Die archäologischen Untersuchungen von 1957 bis 1964 ergaben Funde, die auf Tier- und Menschenopfer sowie kultische Handlungen hinweisen. Die archäologischen Grabungen zeigten kreisförmige Zaunanlagen mit Altären und Kultstangen, sowie Knochen von Tieren und Menschen. Ein Rundheiligtum der Hermunduren aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. war ein zentrales Kultzentrum. In der Latènezeit entstanden weitere Heiligtümer, die bis in die Völkerwanderungszeit genutzt wurden. Die Funde umfassen auch Schiffsheiligtümer, Holzidole und Opfergaben, die auf eine vielfältige Kultpraxis hinweisen. Die Kultstätte war überregionale Bedeutung, da die Funde nicht einem speziellen Stamm zugeordnet werden konnten. Sie stammen aus verschiedenen Teilen Germaniens. Die Opferpraxis setzte sich auch nach der Verlandung des Sees fort. In der Germanenzeit und der Römischen Kaiserzeit wurden verschiedene Götter verehrt, wobei gallo-römische Einflüsse erkennbar sind. Die Kultstätte blieb bis ins Mittelalter aktiv, bis die Christianisierung den heidnischen Götterdienst beendete.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber

Art
Freilichtmuseum, Archäologische Stätte
Ort
Unstrut-Hainich-Kreis

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