Fundplatz Niederbieber
archäologische Stätte in Deutschland
Der Fundplatz Niederbieber liegt am Mittelrhein, im Stadtgebiet von Neuwied, nördlich des Ortsteils Niederbieber. Er ist ein bedeutender altsteinzeitlicher Siedlungsplatz, der zu den größten untersuchten Arealen des Spätpaläolithikums gehört. Die Siedlungsreste sind gut erhalten, da sie unter vulkanischen Ablagerungen des Laacher See-Vulkans geschützt lagen. Die Fläche von fast 1000 m² wurde zwischen 1981 und 1988 sowie 1996 und 1999 erforscht. Die Besiedlung datiert in die späteiszeitliche Allerødzeit, vor dem Ausbruch des Laacher See-Vulkans um 10.966 v. Chr. Radiokarbondatierungen deuten auf etwa 11.100 v. Chr. hin. Die Funde zeigen eine Vielzahl von Steinwerkzeugen, darunter Rückenspitzen, die auf Jagdwaffen wie Pfeile und Bogen hinweisen. Zudem wurden Pfeilschaftglätter und Retuscheure gefunden, die auf eine komplexe Werkzeugherstellung und Jagdstrategie der späteiszeitlichen Jäger schließen lassen. Die Ausgrabungen ergaben Hinweise auf kurzfristig genutzte Werkplätze und Feuerstellen, die von Jägerteams genutzt wurden. Die Werkzeuge stammen aus verschiedenen regionalen und überregionalen Quellen, was auf eine hohe Mobilität der Menschen deutet. In der Region gab es sowohl spezialisierte Jagdlager wie Niederbieber als auch längerfristig besiedelte Basislager. Die Funde zeigen, dass die Menschen in Niederbieber Jagdvorbereitungen, Jagdnachbereitung und alltägliche Arbeiten durchführten.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Archäologische Stätte
- Ort
- Rheinland-Pfalz
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