📷 Bild: Wikimedia Commons
Tempel des Saturn
antiker Tempel in Rom, Italien
Am Fuß des Kapitols, an der Westseite des Forum Romanum, ragen Säulen mit einem Stück Gebälk auf — der Rest eines Heiligtums, das als zweitältestes der Stadt gilt. Der Überlieferung nach wurde es in den Anfangsjahren der Republik geweiht, zwischen 501 und 498 v. Chr.; archäologisch bestätigen lässt sich diese frühe Datierung nicht, und viele Forscher halten den Bau inzwischen für jünger. Neben dem Kult hatte das Haus eine sehr weltliche Aufgabe: Im Vorbau lagerte der Staatsschatz der Römer, dazu Gesetzestafeln und Beschlüsse des Senats. Die Schwelle zu diesem Raum ist bis heute da, obwohl der Vorbau selbst fast ganz eingestürzt ist. An der Ostseite des Podiums sieht man noch die Löcher, an denen die öffentlichen Bekanntmachungen hingen. Der Jahrestag der Weihe fiel auf den 17. Dezember und war der Anlass für die Saturnalien, eines der größten Feste des römischen Jahres. Was heute steht, ist ein Flickwerk aus mehreren Jahrhunderten. Die Säulen aus grauem und rosafarbenem Granit gehören mit ihren vierseitigen ionischen Kapitellen aus weißem Marmor zu der Wiederherstellung, die 283 nach einem Brand abgeschlossen wurde; darauf zielt auch die Inschrift des Architravs, in der Senat und Volk die Erneuerung des vom Feuer verzehrten Baus festhalten. Architrav und Fries selbst stammen von einem älteren Gebäude und wurden hier zweitverwendet — stellenweise mussten kleine Zusatzblöcke die größere Frontbreite ausgleichen. Das Geison wiederum gehört zum Neubau, den Lucius Munatius Plancus aus Kriegsbeute bezahlte.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Tempel, römischer Tempel, Römisches Bauwerk
- Ort
- Rom
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