Steinkiste von Lohra
Großsteingrab in Deutschland
Das Galeriegrab Lohra ist eine megalithische Grabanlage aus der Zeit um 3000 v. Chr. und liegt in Lohra im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Es gehört zur Wartberg-Kultur und ist durch reichliche Keramikbeigaben besonders. Die Anlage besteht aus einer rechteckigen Kammer, die in den Boden eingelassen ist, und einem Vorraum, der durch einen Stein mit rundem Loch abgetrennt wird. Die Steine der Anlage wiegen zwischen 800 und 1000 Kilogramm und sind bis zu einen Meter lang. Die Grabbeigaben umfassen über 20 erhaltene Gefäße, darunter plastisch verzierte Henkelbecher und Schalen, sowie eine Serpentinaxt und ein Bronzeblech. Die Toten wurden verbrannt, was bei vergleichbaren Funden selten ist. Die Keramik und die Gefäßverzierungen deuten auf Einflüsse der französischen Chasséenkultur hin. Die Anlage wurde 1931 entdeckt und bis 1931 ausgegraben, wobei einige Fundstücke im Hessischen Landesmuseum Kassel aufbewahrt werden. Im Vorraum des Grabes befand sich das Seelenloch, ein Stein mit rundem Loch, das möglicherweise als Pforte zwischen Lebenden und Toten diente. Die Kammer war mit Tonestrich ausgelegt und vermutlich von einem Holzdeckel abgedeckt. Die Anlage war ursprünglich von einem eingesunkenen Steinhügel bedeckt. Der Seelenlochstein wurde 1967 vor dem Bürgerhaus aufgestellt, nachdem er zuvor bei Bauarbeiten vermauert worden war. Die Umgebung um das Grab besteht aus Ackerland und der Flur „Gernstein“.
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- Art
- Archäologische Stätte, Steinkiste
- Ort
- Lohra
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal in Deutschland
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