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Polnische Schul
Die Polnische Schul in Wien war eine orthodoxe Synagoge in der Leopoldsgasse 29 im zweiten Bezirk, die 1892/93 nach Plänen von Wilhelm Stiassny erbaut und 1938 im Novemberpogrom zerstört wurde. Der Name geht auf den Verein Beth Israel zurück, der sie für die polnisch-jüdische Gemeinde errichtete und dem polnisch-jüdischen Ritus folgte. Auffällig war ihr zentraler Zwiebelturm, der den Bau prägte. Die Synagoge bot Platz für 420 Männer und 217 Frauen, wobei der Innenraum dreischiffig mit Galerien gestaltet war. Der Architekt Stiassny, selbst Ehrenpräsident des Baukomitees, schuf eine Anlage im orientalisierenden Stil, die sich durch ihre Kuppel und symmetrische Baukörper von der umliegenden Gründerzeitarchitektur abhob. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden, darunter eine Lotterie mit einem Geschenk von Kaiser Franz Joseph. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an der Fassade des Nachfolgebaus an den Standort. Der ehemalige Vorhof mit schmiedeeisernem Gitter führte durch drei Eingänge in die Vorhalle und weiter in den Betraum. Die Frauen betraten den Raum über seitliche Vestibüle und Treppen zu den Galerien, während der erhöhte Torahschrein in der Apsidenwand stand.
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