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Fundplatz Salzgitter-Lebenstedt
mittelpaläolithische Fundstelle in Salzgitter-Lebenstedt
Der archäologische Fundplatz Salzgitter-Lebenstedt liegt nördlich von Salzgitter im östlichen Niedersachsen. Er befindet sich am südlichen Rand der nordeuropäischen Tiefebene, in knapp 82 m Höhe über dem Meeresspiegel. Die Fundstelle wurde in Terrassen-Sedimenten der Fuhse entdeckt, an einer Windung der Krähenriede, unmittelbar an deren Einmündung in das Tal der Fuhse. Sie gilt als eine der nördlichsten Erscheinungen des Micoquien in Deutschland. Die Fundstelle ist für die Rekonstruktion der Jagdpraktiken und Beutezerlegung von Bedeutung. Dabei wurden mindestens 16 Mammut- und 86 Rentierindividuen gefunden, wobei die Rentiere dominierend waren. Die Jäger jagten saisonal in die Tiefebene und erbeuteten während eines einzigen Jagdzuges mehrere Großsäuger. Die Knochen wurden systematisch zerlegt, um an Knochenmark zu gelangen, wobei erwachsene Tiere bevorzugt wurden. Die Stätte wird auf 58.000 bis 54.000 Jahre datiert. Vor Ort erwartet man eine Freilandfundstelle, die als Jagdlager im Spätsommer bis Herbst genutzt wurde. Die Ausgrabungen fanden 1952 und 1977 statt, wobei die zweite Grabung größere Mengen an Knochen und Steinartefakten ergab. Die Fundstücke liegen in Sedimentschichten von 4,5 bis 5,5 Meter Tiefe. Die Jagd erfolgte wahrscheinlich zwischen August und Oktober, mit einer bevorzugten Jagd auf Rentiere im Alter von acht bis neun Jahren. Die Stätte ist auch für die Produktion von Keilmessern und Knochenspitzen bekannt.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Archäologische Stätte
- Ort
- Salzgitter
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal in Niedersachsen
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