Bootsfunde von Ralswiek
Bootswracks bzw. Reste von Booten aus der Wikingerzeit
Die Bootsfunde von Ralswiek sind vier Wikingerbootwracks, die zwischen 1967 und 1980 im verlandeten Boddenstrand der Gemeinde Ralswiek entdeckt wurden. Die Siedlung Ralswiek war ein wichtiger slawischer Seehandelsplatz im Norden Rügens und diente als Schnittstelle zwischen Wikingern und Slawen. Die Boote stammen aus der zweiten Siedlungsperiode, als ein Hafen für den Handel genutzt wurde. Die Siedlung wurde im 10. Jahrhundert vermutlich von Dänen zerstört. Die Bootsfunde sind für ihre Größe und Bauweise bemerkenswert. Sie waren zwischen 9,5 und 14 Meter lang und als Last- und Mannschaftsboote konstruiert. Die Boote zeigten eine Mischung aus slawischer und wikingischer Bauart. Boot II, das etwa 9 Meter lang war, wurde mit einem Rahsegel und acht bis zehn Ruderpaaren ausgestattet. Es wurde mehrfach nachgebaut, wobei verschiedene Interpretationen des Fundmaterials umgesetzt wurden. Die Bootsreste liegen heute in verschiedenen Museen ausgestellt, darunter im Museum für Unterwasser-Archäologie in Sassnitz. Boot IV, das 1980 gefunden wurde, war etwa 12 bis 13 Meter lang und für eine Besatzung von zehn Mann ausgelegt. Es wurde aus Eichenholz gebaut und mit Steinen, Moos und Teer verkleidet, um ein Weggleiten zu verhindern. Die Boote sind ein Zeugnis des Handels und der Seemacht der Wikingerzeit.
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- Art
- Archäologische Stätte, Schiffswrack
- Ort
- Ralswiek
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