Nordfrankreich

Val sans Retour

Das Val sans Retour ist ein enges Tal am Rand von Tréhorenteuc im Morbihan, im Wald von Paimpont, den die Bretagne mit dem sagenhaften Brocéliande gleichsetzt. Über dem Talgrund ziehen sich Kämme aus purpurrotem Schiefer, der im Ordovizium vor rund 465 Millionen Jahren entstand und dem Tal seine ungewöhnliche Farbigkeit gibt. Am Eingang liegt der kleine See Miroir aux Fées; dazwischen wachsen Eichen und Kiefern, auf den offenen Hängen Heide mit Ginster und Besenginster. Der Name stammt aus dem Artusstoff. Nach der Version des Lancelot-Gral-Zyklus schuf die Fee Morgane hier einen verzauberten Ort, um untreue Ritter festzusetzen, nachdem der Ritter Guyomard sie auf Betreiben der Königin Guinevere zurückgewiesen hatte; Lancelot du Lac befreite die 253 Gefangenen schließlich nach siebzehn Jahren. Sichtbares Zeichen der jüngeren Geschichte ist der Arbre d'Or, eine mit 5.000 Blattgoldplättchen überzogene Kastanie, die am 10. August 1991 aufgestellt wurde und an den verheerenden Waldbrand von 1990 erinnert. Erschlossen ist das Tal über markierte Wanderwege, die vom Parkplatz oberhalb hinunter zum See und über die Schieferkämme zurückführen; die Pfade sind steinig und teils steil, festes Schuhwerk ist angeraten. Ausgangspunkt ist meist Tréhorenteuc mit seiner Kirche Sainte-Onenne, die der Pfarrer Henri Gillard zwischen 1945 und 1963 mit Szenen aus der Artussage ausstatten ließ — im ganzen Land ein Sonderfall kirchlicher Ausmalung.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.

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