Les Batteries du Mont Canisy
Der Mont Canisy erhebt sich bei Bénerville-sur-Mer 110 Meter über die Seinebucht und beherrscht von dort den Blick bis zum Hafen von Le Havre. Diese Lage machte ihn zum militärischen Schlüsselpunkt. Bereits 1935 richtete die französische Marine hier eine Batterie mit vier 138-mm-Geschützen ein, die vor dem Eintreffen der Besatzer unbrauchbar gemacht wurden. Die Deutschen erkannten den Wert der Stellung und bauten eine neue, große Batterie auf, ursprünglich sechs erbeutete französische 155-mm-Geschütze in offenen Bettungen; bis 1944 waren zwei davon in nahegelegene Kasematten verlegt. Zur Versorgung der Geschütze entstand ein Stollennetz von über 250 Metern Länge in 15 Metern Tiefe, dazu zahlreiche Betonbauten an der Oberfläche für Besatzung und Material. Im Rahmen der Landungsoperationen erhielten die britischen Schlachtschiffe „Warspite" und „Ramillies" sowie die alliierte Luftwaffe den Auftrag, die Küstenbatterien der Côte Fleurie auszuschalten, den Mont Canisy an erster Stelle. Ende August 1944 räumten die Deutschen die Stellung kampflos. Das unterirdische Werk ist heute begehbar, weil ehrenamtliche Helfer des Vereins „Les Amis du Mont Canisy" es freigelegt haben und führen. Die kostenlosen Führungen finden zwischen April und September statt und beginnen am Belvédère; die aktuellen Termine stehen auf der Vereinsseite und liegen in den Fremdenverkehrsämtern aus. Für Gruppen sind Termine ganzjährig auf Anfrage möglich. Rechnen sollte man mit etwa zwei Stunden; eine tragbare Lampe ist empfehlenswert. Das Gelände selbst ist geschütztes Gebiet des Conservatoire du Littoral und ganzjährig frei begehbar, ein Parkplatz ist vorhanden.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.
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