Gräberfeld von Rössen
jungsteinzeitliches Gräberfeld in Rössen, einem Ortsteil von Leuna im Saalekreis (Sachsen-Anhalt)
Das Gräberfeld von Rössen liegt im Saalekreis, im Ortsteil Rössen von Leuna. Es befindet sich am westlichen Hochufer der Saale südöstlich des historischen Ortskerns und ist heute von der Villensiedlung Neu Rössen überbaut. Die Fläche reichte von der Merseburger Straße bis zum Stadtpark Leuna. Nördlich des Gräberfelds liegen Grabhügel und südlich der Wall von Rössen, an dem 1915 neolithische Gräber entdeckt wurden. Zwischen 1879 und 1890 wurden über 100 Gräber geborgen, darunter 76 Körpergräber und elf Brandgräber. Das Gräberfeld gilt als das größte jungsteinzeitliche Gräberfeld Mitteldeutschlands. Die Funde ermöglichten 1900 die Erstbeschreibung der Rössener Kultur durch Alfred Götze. 1938 legte Franz Niquet eine vollständige monografische Bearbeitung vor, wodurch die Kultur und die Gräberfeldstruktur besser verstanden wurden. Vor Ort sind die Gräber in zwei Gruppen unterteilt: Körpergräber im Osten und Brandgräber im Westen. Die Toten wurden in rechter Hockerlage beigesetzt, wobei die Ausrichtung der Skelette oft süd-nord- oder ost-westlich war. Die Grabungen zeigten eine starke Durchdringung der Rössener und Gaterslebener Kultur, was sich an gemischten Grabinventaren und unterschiedlichen Begräbnisrichtungen bemerkbar machte. Die Funde sind in verschiedenen Museen und Archäologischen Sammlungen ausgestellt.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Archäologische Stätte, Gräberfeld
- Ort
- Leuna
- Erbaut
- 4600 v. Chr.
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