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Frühchristlicher Friedhof am Exer

frühmittelalterliches Gräberfeld in Wolfenbüttel in Niedersachsen

Das Gräberfeld Auf dem Exer liegt am Stadtrand von Wolfenbüttel, etwa drei Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Es befindet sich östlich des Waldgebietes Lechlumer Holz auf einer Höhe von 125 m ü. NHN. Der Name „Am Exer“ stammt aus der Nutzung des Geländes als Exerzierplatz für die frühere Garnison. Die Kaserne Am Exer wurde 1936 errichtet und bei Bauarbeiten alte Bestattungen freigelegt. Die Funde wurden 1936 entdeckt und später durch alliierte Bombenangriffe zerstört, die Grabungen aber dokumentiert. Die Ausgrabungen 2023 führten zur Entdeckung von 82 Körpergräbern, die in kleinen Gruppen lagen und als Familienverbände interpretiert werden. Die Gräber zeigten sowohl vorchristliche als auch christliche Bestattungsriten. Etwa ein Viertel der Bestattungen war in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, was auf einen vorchristlichen Ritus hinweist. Bei den Grabbeigaben handelte es sich um Messer, Fibeln, Perlenketten und Metallringe. Eine Frau war mit Kleidung und einer Halskette aus Perlmutt bestattet, und bei einer Kinderbestattung lag ein Bronzekreuz im Rachenraum. Die Fundstücke werden restauriert und analysiert, um Informationen über das Geschlecht, das Alter und die Todesursachen der Bestatteten zu gewinnen. Strontiumisotopenanalysen und DNA-Untersuchungen sollen die Herkunft und Verwandtschaftsverhältnisse klären. Die Forschung verändert das Bild der Christianisierung im frühen Mittelalter in der Region, indem sie einen fließenden Übergang statt eines harten Schnitts nach der fränkischen Eroberung um 780 zeigt.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber

Art
Friedhof, Archäologische Stätte, Gräberfeld
Ort
Wolfenbüttel

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