Kastell Großkrotzenburg
archäologische Stätte in Deutschland
Das Kastell Großkrotzenburg war ein römisches Kastell am Main im hessischen Main-Kinzig-Kreis. Es liegt vollständig überbaut im Ortskern von Großkrotzenburg auf einer Schotterterrasse nördlich des Flusses. Die Anlage war zur Überwachung des Flussübergangs gebaut und war im Limesverlauf nördlich von Sumpfgebieten umgeben. Der Limes verlief in 25 Metern Entfernung zur Kastellmauer, wobei die Palisade und der Limesgraben unterschiedliche Verläufe hatten. Die archäologische Erforschung begann 1881 mit Grabungen des Hanauer Geschichtsvereins und der Reichs-Limeskommission. Dabei wurden Mauerreste, das principia sowie Teile der Kastellumwehrung freigelegt. Die Anlage war etwa 175 Meter lang und 123 Meter breit, mit einem südwestlichen Eckturm, der als Gefängnis genutzt wurde. Die Kastellmauer bestand aus einem Fundament und Gussmauerwerk, wobei die südliche Mauer mit Abwasserkanälen versehen war. Westlich des Kastells wurde ein Teil des Kastellbads entdeckt. Besonders bekannt sind die Mainbrücke, die vermutlich im 2. Jahrhundert n. Chr. errichtet wurde, sowie die Beneficiarierstation, die einen Polizeiposten nahe der Brücke belegt. Die Ziegelei der Cohors IV Vindelicorum lieferte Ziegel für Bauten in der Provinz und trat die Nachfolge der Ziegelei der Legio XXII Primigenia an. Im Vicus wurden eine Kultstätte des Mithras und mehrere Steindenkmäler gefunden, wobei einige im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Die Anlage war bis ins 5. Jahrhundert in Nutzung, bis sich neue Siedler im Lagerareal niederließen.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- römisches Militärlager, Bauwerk, Archäologische Stätte, Römisches Bauwerk
- Ort
- Großkrotzenburg
- Adresse
- Nebenstraße 20
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal in Hessen
- Seehöhe
- 111 m
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