📷 Bild: Wikimedia Commons
Judengarten
archäologische Stätte in Tschechien
Der Judengarten war ein jüdischer Friedhof in der Prager Neustadt, der sich in der Nähe der heutigen Straßenzüge Spálená, Jungmannova und Lazarská befand. Er war der erste historisch belegte jüdische Friedhof in Prag und diente sowohl für Begräbnisse aus der Stadt als auch aus der Umgebung. Der Friedhof wurde im 13. Jahrhundert angelegt und wurde 1478 durch König Wladislaw II. Jagiello geschlossen und durch den Altstadt-Friedhof ersetzt. Der Friedhof war von großer Bedeutung für die jüdische Gemeinde, da er durch königliche Privilegien geschützt wurde. König Ottokar II. Přemysl erließ 1255 ein Gesetz, das den Friedhof schützte und Strafen für Vandalismus vorsah. 1998 wurden archäologische Funde entdeckt, darunter ein zusammenhängender Streifen des Gräberfeldes und Überreste zahlreicher Gräber. Die Gräber lagen etwa zwei Meter tief, waren nach Osten ausgerichtet und mit flachen Steinen verkleidet. Im heutigen Judengarten sind die Überreste des alten Gräberfeldes erhalten. Der zusammenhängende Teil wurde durch Beton verfestigt und bleibt unverändert. Die Gebeine der beschädigten Gräber wurden auf dem neuen jüdischen Friedhof in Olšany beigesetzt. Die archäologischen Funde zeigen, dass die Leichen nach altem Brauch mit kleinen Steinplättchen auf Mund und Augen bedeckt waren. Die Stätte bietet Einblick in die Geschichte der jüdischen Bevölkerung Prags.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Archäologische Stätte, jüdischer Friedhof
- Ort
- Prager Neustadt
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal in Tschechien
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