📷 Bild: Wikimedia Commons
Waldglashütte im Reiherbachtal
spätmittelalterliche Glashütte
Die Waldglashütte im Reiherbachtal liegt im niedersächsischen Solling, etwa zwei Kilometer nördlich von Bodenfelde. Sie befand sich im Tal des Reiherbachs, östlich der Landesstraße 551, in einem Nebental namens Kreickgrund. Die Glashütte, die im 15. Jahrhundert Waldglas produzierte, ist heute als Fundstelle im Erdreich einer Wiese mit einem Bachlauf erhalten. Die Stelle wurde 2012 archäologisch untersucht, da keine oberirdischen Baulichkeiten vorhanden waren. Die Glashütte war Teil einer Region, in der bis ins 20. Jahrhundert Glas hergestellt wurde. Im Tal des Kreickgrundes gab es mindestens drei Glashüttenstandorte. Die Waldglashütte im Reiherbachtal produzierte Glasgefäße und Fensterglas, darunter Farbgläser für Kirchenfenster. Die Grabungen zeigten, dass die Hütte zwischen 1420 und 1460 betrieben wurde. Die Funde umfassen Glasscherben, Glasöfen und einen Silberpfennig aus Bremen, der auf die Zeit um 1420 deutet. Die Ausgrabungen von 2012 bis 2015 ergaben, dass die Glashütte mindestens drei Öfen hatte und eine Produktionsfläche von etwa 1000 m² umfasste. Sie war Teil einer Hüttenlandschaft, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Die Funde belegen, dass Flach- und Hohlglas sowie farbiges Glas für Kirchenfenster hergestellt wurde. Die Grabungen fanden mit Unterstützung von Hochschulen und Forschungsinstituten statt und führten zu wichtigen Erkenntnissen über die Technik und den Betrieb der Glashütte.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Archäologische Stätte, Glashütte
- Ort
- Niedersachsen
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