📷 Bild: Wikimedia Commons
Leopoldstädter Tempel
Denkmalgeschütztes Objekt in Leopoldstadt (4500)
Der Leopoldstädter Tempel war eine Synagoge in der Wiener Vorstadt Leopoldstadt, genauer gesagt in der Tempelgasse 3. Er wurde zwischen 1854 und 1858 nach Plänen von Ludwig Förster errichtet und war die größte Synagoge Wiens mit 2000 Sitzplätzen. Die Synagoge stand im Zentrum der jüdischen Gemeinde und diente als Vorbild für weitere europäische Synagogen im orientalischen Stil. Der Tempel war ein bedeutendes Kultur- und Gottesdienstzentrum, in dem viele Prediger tätig waren, darunter Adolf Jellinek, Moritz Güdemann und Adolf Schmiedl. Er erlebte mehrere Renovierungen und stand bis 1938 unter der Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Während des Novemberpogroms 1938 wurde die Synagoge zerstört, wobei die Seitentrakte erhalten blieben. Heute sind Teile des Gebäudes noch in Nutzung, während andere Bereiche durch moderne Einrichtungen ersetzt wurden. Im Inneren der Synagoge war der Raum dreischiffig gestaltet, mit hohe Rundbögen und dekorativen Elementen wie Muschelkalk, Stuckfliesen und Mosaiken. Die Fassade war mit roten und gelben Tonziegeln verziert. Die Synagoge war ein Beispiel des historisierenden Klassizismus und beeinflusste die Architektur zahlreicher weiterer jüdischer Kultstätten. Die Gedenktafel an der Stelle des einstigen Tempels erinnert an die zerstörte Synagoge und ihre historische Bedeutung.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- abgegangene Synagoge
- Ort
- Leopoldstadt
- Adresse
- Tempelgasse 3
- Erbaut
- 1854
- Baustil
- Orientalisierende Architektur
- Architekt
- Ludwig Förster
- Denkmalstatus
- Denkmalgeschütztes Objekt in Österreich
In der Nähe
- Nestroyhof58 m
- Palais Rohan113 m
- Miethaus118 m
- Wohnhaus, Kornhäuselhaus153 m
- Miethaus148 m
- Bürgerhaus, Zum grünen Jäger122 m
QR-Code