Normandie

Abbatiale de Bernay

Die Abteikirche von Bernay gehört zu den frühesten großen Bauwerken der normannischen Romanik. Sie entstand zwischen 1013 und 1050 unter dem Mönch und Baumeister Guillaume de Volpiano, einem Italiener aus Volpiano bei Turin, der auch am Bau des Mont-Saint-Michel beteiligt war. Wer den Bau betritt, sieht eine Architektur, die für ihre Entstehungszeit ungewöhnlich hoch aufragt und ihr Inneres in drei Ebenen gliedert – ein Aufriss, der für die Entwicklung der romanischen Kunst in der Normandie stilbildend wurde. Der eigentliche Reichtum der Kirche liegt in ihren Kapitellen. Ihre Motive sind von bemerkenswerter Qualität und Vielfalt: menschliche Masken, Blattwerk, Monsterfiguren und geometrische Ornamente. Sie machen den Bau zu einem Studienobjekt für alle, die verstehen wollen, woher die normannische Bauplastik kommt. Dass so viel davon erhalten ist, ist keine Selbstverständlichkeit. Über die Jahrhunderte hat die Abtei erheblich gelitten – durch Brände, durch den Hundertjährigen Krieg und durch Bauernaufstände im 16. Jahrhundert. Die Abbatiale steht an der Place Gustave Héon mitten in Bernay, das den Titel Ville d'art et d'histoire trägt; das benachbarte ehemalige Logis abbatial beherbergt heute das Museum der Stadt, sodass sich beides gut verbinden lässt. Für den Rundgang sollte man rund 45 Minuten einplanen. Die Kirche ist in der Saison von Frühjahr bis Frühherbst zugänglich. Sie lässt sich auf eigene Faust besichtigen; Führungen auf Französisch und Englisch sind auf Anfrage möglich. Parkplatz und sanitäre Anlagen sind vorhanden, Gruppen sind willkommen.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.

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