Vieux-Moulin de Vernon
Das Vieux-Moulin in Vernon ist eines der meistfotografierten Bauwerke an der Seine: ein Mühlenhaus, das auf den Pfeilern der alten Seinebrücke sitzt und scheinbar über dem Wasser schwebt. Angetrieben wurde es allein von der Strömung des Flusses. Seine Geschichte beginnt 1204, als die Normandie an die französische Krone fiel und König Philipp II. August die Errichtung einer Mühle auf der Brücke veranlasste – dasselbe Jahr, in dem er auch die Tour Grise in Verneuil bauen ließ. Aus dieser einen Mühle wurde ein Gewerbe: Im 18. Jahrhundert waren an der Brücke sechs Getreidemühlen in Betrieb. Das Ende kam durch einen Eingriff flussabwärts. Im Oktober 1849 wurde bei Notre-Dame-de-l'Isle ein Staudamm gebaut, der die Strömung so veränderte, dass die vier verbliebenen Mühlen stillstanden; die Müller verloren ihre Arbeit. Was heute noch steht, ist der letzte erhaltene Rest dieser Anlage – ein Fachwerkbau auf mittelalterlichen Brückenpfeilern und zugleich ein Stück früher Industriegeschichte der Normandie. Claude Monet, der wenige Kilometer flussaufwärts in Giverny lebte, hat das Motiv gemalt. Das Mühlenhaus steht in der Rue Pierre Bonnard in Vernon und ist ganzjährig von außen zu sehen – betreten kann man es nicht. Der Blick lohnt sich vom Uferweg aus; wer Zeit hat, geht die Promenade entlang, von der aus sich der Bau vor dem Fluss am besten erschließt. Hunde sind willkommen.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.
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