Breitachklamm
Die Breitachklamm bei Tiefenbach südwestlich von Oberstdorf gilt als tiefste Klamm der Bayerischen Alpen und Mitteleuropas. Auf etwa 2,5 Kilometern führt ein gesicherter Steig durch die Schlucht, die die Breitach rund 150 Meter tief in das Gestein gefräst hat. Über dem Weg stehen fast hundert Meter hohe, teils überhängende Wände; das Wasser stürzt über Felsstufen, sammelt sich in Kolken und zerstäubt zu feinem Sprühnebel. Entstanden ist die Klamm nach der Würm-Eiszeit vor etwa 10.000 bis 15.000 Jahren, als der abfließende Fluss aus einem Hängetal sich keilförmig in den Untergrund einschnitt. Begehbar wurde sie erst durch den Pfarrer Johannes Schiebel, der dafür den Breitachklammverein gründete, um seiner Gemeinde eine Einnahmequelle zu verschaffen: Die erste Sprengung erfolgte am 25. Juli 1904, am 4. Juli 1905 wurde der Weg eingeweiht. Die Klamm bleibt in Bewegung — am 23. September 1995 verschüttete ein Felssturz mit 50.000 Kubikmetern Material das Bett, dahinter stauten sich 300.000 Kubikmeter Wasser 30 Meter hoch auf, bis der Damm im März 1996 durchbrach. Beim Alpenhochwasser im August 2005 stand das Wasser 6,60 Meter hoch. Heute kommen jährlich rund 300.000 Menschen. Der Weg ist auch im Winter geöffnet, wenn sich an den Wänden Eiszapfen bilden; im Frühjahr und Herbst schließt die Klamm jeweils für mehrere Wochen, weil die Felsen gesichert und Schäden behoben werden müssen. Für den Hin- und Rückweg sollte man etwa zwei Stunden ansetzen, festes Schuhwerk und eine Jacke sind ratsam.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.
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